Was ist eigentlich eine Aktie?

In diesem Blog geht es ja immer wieder um das Thema Investieren. Das Mittel der Wahl dazu sind Aktien.

Wenn man aber bisher noch gar keine Berührungspunkte zum Thema Börse hatte, weiß man vielleicht gar nicht so genau, was sich hinter einer Aktie verbirgt. Man hat so eine vage Vorstellung, dass das irgendetwas mit der Börse und mit Firmen zu tun hat.

Was eine Aktie nun genau ist, erfährst Du in diesem Post. Ich gebe mir Mühe, es so zu erklären, dass es auch Deine Oma oder Dein siebenjähriges Kind versteht.*

*(ich hab’s getestet: zwei meiner drei Söhne haben mir jetzt Geld zum Aktien kaufen anvertraut – offensichtlich habe sie es verstanden ;-))

Aktie = Mitbesitz an Unternehmen

Wenn ein Unternehmen Geld braucht, um zum Beispiel eine neue Fabrik zu bauen, oder ein großes Entwicklungsvorhaben zu stemmen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Schulden bei einer Bank machen. Nachteil: das Geld aber muss mit Zinsen zurückgezahlt werden.
  2. „An die Börse gehen“ und dort Aktien ausgeben. Eine Aktie ist ein kleiner Anteil an diesem Unternehmen. Das Geld darf behalten werden, aber dafür dürfen die Aktienkäufer mitbestimmen.

Sehen wir uns das ganze an einem einfachen Beispiel an:

Das Unternehmen von Deinem Kumpel Peter ist 1.000 Euro Wert. Peter hat eine coole Idee für eine neues Produkt. Für die Entwicklung braucht Peter jetzt zusätzliche 1.000 Euro. Also geht er zu Dir und fragt Dich, ob Du ihm 1.000 Euro gibst. Als Gegenleistung bietet er Dir aber nicht Zinsen an, sondern er sagt, dass Dir die zukünftig die Hälfte seines Unternehmens gehört. 

Weil Du Peter kennst, und weil Du weißt, was er für ein begnadeter Unternehmer er ist, nimmst Du das Angebot gerne an. Du bist Dir nämlich sicher, dass das neue Produkt von Peter der Hit wird und richtig viel Kohle bringen wird. Du gibst Peter also die 1.000 Euro, und dafür bekommst Du von Peter einen Zettel (=Aktie), auf dem steht, dass Dir die Hälfte der Firma gehört.

Es kommt, wie Du es vermutet hast: das neue Produkt von Peter geht wie geschnitten Brot. Am Ende des Jahres hat Peter ordentlich Gewinn gemacht. Das Unternehmen ist jetzt 3.000 Euro Wert. Deine Hälfte ist somit 1.500 Euro wert. Deine Investition hat sich gelohnt.

Weil Du an den Erfolg von Peter glaubst, freust Du Dich darauf, auch im nächsten Jahr Mitbesitzer seines Unternehmens zu sein. Schließlich gehst Du davon aus, dass der gute Peter den Wert des Unternehmens dank toller Produkte und noch tolleren Verkäufen noch weiter steigern kann.

Leider hast du ein Problem: Du brauchst dringend Geld. 

Außer dem Zettel, auf dem Dein Mitbesitz an Peters Firma verbrieft ist, besitzt Du nichts. Also fragst Du einen anderen Kumpel – nennen wir ihn Uwe – ob er Dir Deinen “Zettel” (=Aktie) abkaufen will. Natürlich gibst Du Dich dann nicht mit Deinen ursprünglichen 1.000 Euro zufrieden, weil die Firma ja inzwischen schon 3.000 Euro wert ist. Deshalb wirst Du mindestens 1.500 Euro verlangen, und Uwe wird Dir diese 1.500 Euro auch mit Freude geben. Uwe rechnet nämlich damit, dass seine Aktie weiter an Wert gewinnen wird, weil die Entwickler und Verkäufer von Peter weiterhin fantastische Arbeit leisten.

Allerdings hat Uwe nicht soviel Glück wie Du. Wegen Corona muss Peter seinen Betrieb wochenlang stilllegen, und muss daher Schulden machen. Am Ende des Jahres ist das Unternehmen nur noch 2.000 Euro wert. Theoretisch ist somit die Aktie von Uwe nur noch 1.000 Euro wert. Würde Uwe jetzt die Aktie an seine Schwiegermutter verkaufen wollen, hätte er 500 Euro verloren. Er vertraut aber darauf, dass Peter im nächsten Jahr wieder Erfolg haben wird, und sein Anteil bald wieder mehr Wert als zu Beginn sein wird. Deshalb behält er seinen „Zettel“ und freut sich auf das nächste und übernächste Jahr.

So funktionieren also Aktien. Wenn Du eine Aktie kaufst, wirst Du Mitbesitzer von einem Unternehmen. Du trägst das Risiko mit, und als Belohnung für Dein Risiko bekommst Du etwas vom Gewinn ab. Natürlich gibt eine Firma nicht nur eine Aktie aus, sondern hunderttausende.

Du siehst also: an Aktien ist nichts moralisch Verwerfliches, und Aktien haben auch nichts mit Zocken zu tun.

Aktien bieten Dir die Möglichkeit, auf bequeme Art Unternehmer zu werden. Du musst dafür nicht Deinen Job kündigen und von früh bis spät schuften. Du kannst Dich dank der Aktien ganz bequem in eine Firma Deiner Wahl einkaufen. Wenn Du dabei moralisch zweifelhafte Firmen (z.B. Waffenhersteller) ignorierst, brauchst Du gewiss kein schlechtes Gewissen haben.

Und wenn Du nicht nur in eine einzige Firma investierst, sondern in ganz viele (das geht mit sogenannten “ETF”s), dann verringert sich auch das Risiko eines Totalverlusts.

Die Börse ist also der Marktplatz, an dem sich Käufer und Verkäufer von Unternehmensanteilen treffen können und einen entsprechenden Preis aushandeln können. Früher war das ein physischer Ort (z.B. “Wallstreet”), heute geht es viel bequemer online.

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