Geldsorgen Ade! (Teil 3): Einkommen erhöhen

Teil 1 der Artikelserie: Ausgaben im Griff haben

Teil 2 der Artikelserie: Investieren

So mancher von uns kommt nun an seine Grenzen. Es fühlt sich gut an, vorzusorgen. Doch irgendwie geht es zu langsam vorwärts. Hier kommt das dritte Element auf dem Weg zum Wohlstand ins Spiel: Dein Einkommen.

Dein Einkommen ist Dein wichtigstes Werkzeug, um zu Wohlstand zu kommen. Je größer Deine Schaufel ist, desto schneller kannst Du buddeln.

Welche Möglichkeiten hast Du also, um Dir eine größere Schaufel zu besorgen?

Vorwarnung

Bevor wir verschiedene Möglichkeiten betrachten, eines vorweg: sehr oft kann ich beobachten, dass entmutigte Menschen auf Vorschläge solcherart wie allergisch reagieren. Es kommen zynische oder sarkastische Äußerungen. Wenn in Dir ähnliche Emotionen aufkommen, mache Dir folgendes bewusst:

Veränderung ist unbequem – deshalb sind wir oft erst dazu bereit, wenn unser Leidensdruck groß genug ist. Für ein (zu) geringes Einkommen gibt es keinen “quick fix”. In so einer Situation musst Du langfristig denken – je nach Umständen braucht es einen 5- oder 10-Jahresplan.

Stelle Dir die folgenden Fragen: Wo will ich in 10 Jahren beruflich sein? Welchen Schritt kann ich heute in diese Richtung gehen? Wer kann mir dabei behilflich sein?

Ich bin fest davon überzeugt, dass es jeder schaffen kann, seine Schaufel zu vergrößern. Jeder kann es schaffen, sein Einkommen zu erhöhen.

Pauschalrezept: Fehlanzeige.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie Du Dein Einkommen erhöhen kannst. Man kann die Möglichkeiten aber in zwei Kategorien einteilen:

  • Höheres Gehalt in einem Angestellten-Job
  • Einkommen mit selbständiger Tätigkeit

Natürlich schließen sich die Kategorien nicht gegenseitig aus – meistens ist eine Kombination das Optimale.

Da jeder Mensch einen anderen Ausgangspunkt hat gibt es kein Pauschalrezept, welches Dir die einzelnen Schritte vorgibt. Du musst Deine Situation analysieren und überlegen, welcher Weg für Dich der geeignetste ist.

Es gibt aber Prinzipien und Gewohnheiten, die allgemeingültig sind, und auch in Deiner Situation ihre Kraft entfalten können. Wendest Du sie in Deinem Leben an, wirst auch Du Deine Einnahmen vergrößern.

Grundprinzip: Tausch von Wert gegen Geld

Das grundlegende Prinzip: Geld wird gegen Wert getauscht. Je mehr Wert Du bringen kannst, desto mehr Geld wirst Du bekommen. Je dringender das Bedürfnis, dass Du mit Deinen Fähigkeiten stillen kannst, desto mehr wirst Du dafür verlangen können. Ein Glas Trinkwasser für den Verdurstenden in der Wüste hat einen ungleich höheren Wert als ein Glas Wasser in Deutschland.

Willst Du Dein Einkommen erhöhen, musst Du den Wert Deiner Arbeit erhöhen.

Ich weiß, dass dieser Satz grundlegende gesellschaftliche Probleme aufgreift und mit sich bringt. Welche Arbeitsleistung ist eigentlich wieviel Wert? In der Corona-Krise hat man schnell gesehen, dass gering bezahlte Tätigkeiten absolut systemrelevant sind. Diese Wichtigkeit wird allerdings in keinster Weise im bezahlten Gehalt gespiegelt.

Man kann sich nun an dieser Tatsache aufhalten, sich ärgern, zynisch oder frustriert werden. Es ändert aber nichts an Deiner persönlichen Lebenssituation.

Ich bewundere Menschen, die sich für die Verbesserung unserer Gesellschaft einsetzen – das finde ich klasse. Gleichzeitig brauchst Du aber auch die Weisheit zu erkennen, welche Umstände Du verändern kannst, und welche Du akzeptieren musst. Willst Du im bestehenden Gesellschaftssystem mehr Geld verdienen, dann funktioniert das am besten, wenn Du Dich nicht gegen die Gesetzmäßigkeiten dieses Systems auflehnst, sondern sie für Dich nutzt.

Lass uns also davon ausgehen, dass die Entlohnung Deiner Arbeitsleistung nicht Hand in Hand geht mit dem, wie schwer Deine Arbeit ist, oder wie schnell unsere Gesellschaft stillstehen würde, wenn Deine Berufsgruppe die Arbeit niederlegen würde.

Angebot und Nachfrage

Entlohnung hat stattdessen sehr viel mit Angebot und Nachfrage zu tun. Je schneller Du in eine Tätigkeit eingelernt werden kannst, desto weniger Geld bekommst Du. Je mehr Denkarbeit Du leisten musst, und je mehr dirigierende Arbeit Du verrichtest, desto mehr Geld bekommst Du. Wer Entscheidungen treffen muss, und für die Folgen der Entscheidung geradestehen muss, erhält mehr Geld, als jemand der Entscheidungen ausführen muss.

Je größer das Problem, je größer der “Kittelbrennfaktor” Deines Gegenübers ist, desto mehr wird er Dir für die Lösung des Problems geben wollen.

Wenn Du also ein höheres Einkommen haben willst, dann musst Du Dich irgendwie wertvoller für Deinen potenziellen (oder aktuellen) Geldgeber machen.

Gehaltserhöhung erarbeiten

Überlege Dir, was Du Deinem Arbeitgeber über Deinen bestehenden Job hinaus bieten kannst. Je dringender das Problem Deines Arbeitgebers, das Du löst, desto größer die Chance, mehr Geld zu verdienen.

Manchmal kann man sich für seinen Arbeitgeber mit bestehenden Bordmitteln wertvoller machen, manchmal braucht es auch gezielte Fortbildungen.

Fortbildungen & Co

Ein Wort zu Fortbildungen: nicht immer ist die fünfzehnte Fortbildung wirtschaftlich gesehen eine sinnvolle Entscheidung. Es mag Dich zwar zu einem noch fähigeren Experten auf Deinem Gebiet machen, aber oft ist es sinnvoller, sich eine Fähigkeit auf einem völlig anderen Gebiet anzueignen.

Physiotherapeuten zum Beispiel: es gehört zur gängigen Praxis, dass ein Physiotherapeut zahllose Fortbildungen besucht, die alle aus eigener Tasche bezahlt werden. Der finanzielle Mehrwert in Form einer Gehaltserhöhung steht oft in keinem Verhältnis zum eingesetzten Geld. Sinnvoller mag vielleicht sein, eine ganz andere Fähigkeit mit einzubringen: wie wäre es mit einem Buchhalterkurs? Würde das den Wert des Physiotherapeuten für seinen Chef nicht beträchtlich steigern?

Denke außerhalb der typischen Box Deines Berufstands. Mach Dich zu einer Allzweckwaffe. In den meisten kleineren Betrieben kannst Du beispielsweise ziemlich punkten, wenn Du gute IT-Kenntnisse hast – welcher Chef freut sich nicht, wenn er nicht einen externen IT-Dienstleister wegen jeder Kleinigkeit beauftragen muss, oder gar eine IT-Vollzeitkraft anstellen muss, die er dann womöglich gar nicht voll beschäftigen kann.

Jobwechsel riskieren

Leider ist es in der Angestellten-Praxis oft so, dass Dein aktueller Arbeitgeber die Lösung eines zusätzlichen Problems nicht so wertschätzt, wie es möglicherweise ein neuer Arbeitgeber tun würde. Deshalb ist es oft sinnvoll, einen Jobwechsel in Betracht zu ziehen.

Menschen, die alle paar Jahre (4-5 Jahre) Ihren Job wechseln, haben ein höheres Gehalt als jemand, der 20 Jahre beim gleichen Arbeitgeber bleibt. Jeder Arbeitgeberwechsel bringt die Chance mit, ein höheres Gehalt auszuhandeln.

Selbstverwirklichung mit Side-Business

Ein Angestellten-Job hat viele Vorteile. Er tut unserem Sicherheitsbedürfnis gut. Als Angestellter habe ich kein unternehmerisches Risiko und bekomme mein Gehalt regelmäßig ausgezahlt. Das Leben als Angestellter ist einigermaßen planbar.

Die Kehrseite: zusätzliches Engagement zahlt sich finanziell nur bedingt aus. Oft genug bleibt man aus Sicherheitsaspekten an einem Job “kleben” den man eigentlich überhaupt nicht mag. Man tauscht einfach Zeit gegen Geld. Das Resultat: Langeweile, Frust, Burn-Out.

Die Alternative: eine selbständige Tätigkeit.

Wenn Du jetzt Schnappatmung bekommst, weil Du denkst ich will, dass Du jetzt kündigst und Dich selbständig machst, kann ich Dich erstmal beruhigen. In den meisten Fällen wäre es gar nicht so clever, Hals über Kopf zu kündigen und sich in die Selbständigkeit zu stürzen.

Du kannst durchaus in der Nähe des sicheren Hafens bleiben und Dich nebenher selbständig machen. Es geht ja darum, dass Du Dein Einkommen erhöhst. Darüber hinaus ist es wirtschaftlich klug, sein Einkommen auf mehrere Standbeine zu verteilen.

Finde etwas, das Dir Freude macht. Überlege, welches Bedürfnis Du mit Deiner Leidenschaft befriedigen kannst.

Vielleicht malst Du gern: denke darüber nach, ob Du Deine Bilder verkaufen könntest. Vielleicht kannst Du gut Fahrräder reparieren. Ich bin sicher, in Deiner Nachbarschaft gibt es genug Menschen, die Dich gerne einen Plattfuß flicken lassen. Oder hast ein großes Herz für Tiere und kannst ein Tier-Urlaubsheim anbieten. Oder Du handelst gerne. Oder Du bist ein begabter Fotograf. Es gibt unzählige Möglichkeiten.

Wenn Du die Scheu vor so einem Schritt erstmal verloren hast, wird etwas Überraschendes passieren: Du wirst plötzlich mehr Möglichkeiten sehen, als Du Zeit hast sie umzusetzen.

Die rechtlichen Hürden für eine nebenberufliche Tätigkeiten sind relativ gering, und bei Gelegenheit werde ich noch einen Blog-Post nachschieben, welche Schritte man gehen und was man beachten muss.

Wert erhöhen ganz praktisch

Jetzt denkst Du vielleicht: kling ja alles in der Theorie ganz toll, aber wie macht man das nun ganz praktisch, seinen Wert erhöhen?

Wie so oft gilt: jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Fang heute mit den ersten kleinen Schritten an, dann wirst Du auch bald fähig sein, größere Schritte zu gehen. Begib Dich auf die Reise, und verliere nicht die Geduld mit Dir. In dieser Angelegenheit musst Du langfristig denken.

Erste Schritte:

  • Schmeiß Deinen Fernseher raus! Fernsehen macht dumm. Fernsehen stiehlt Dir Zeit, macht Dich passiv und bringt Dich nicht weiter (das Gleiche gilt übrigens auch für Facebook, Instagram und Co.). Wenn Du Deinen Fernseher entsorgt hast, hast Du schon 90% Deiner Konkurrenten hinter Dir gelassen. Wenn Du unbedingt Bildschirmzeit brauchst: schaue Dir beispielsweise TED-Talks auf YouTube an.
  • Lies Bücher. Und zwar nicht Romane. Lies Bücher, die Dich weiterbringen. Themen wie Psychologie, Persönlichkeitsentwicklung, Autobiografien von herausragenden Persönlichkeiten, Sachbücher. Erfolgreiche Menschen haben gemeinsam, dass sie mindestens ein Buch pro Woche lesen.
  • Lerne neue praktische Fähigkeiten:
    • Erweitere Deine handwerklichen Fähigkeiten. Eine “Do-it-yourself“-Mentalität spart nicht nur Geld, sondern erweitert Deine Kontrolle über Dein Leben.
    • Versuche, Haushaltsgeräte zu reparieren.
    • Lerne zu programmieren.
    • Lerne neue Sprachen.
    • Lerne ein Musikinstrument.
    • Lerne zu Tanzen.
    • Mache einen Rhetorik-Kurs und lerne freie Reden zu halten
    • Lerne Fotografieren
    • Lerne ein Computerprogramm wie Excel oder Powerpoint
    • (…)
  • Suche Dir 1 oder 2 der neu gewonnen Fähigkeiten aus und werde richtig gut in ihnen. Das sind die Fähigkeiten, die Dir helfen werden, Deinen Marktwert zu erhöhen.

Das Tolle ist: noch nie war es so einfach, sich weiterzubilden. Dank YouTube, Udemy, Coursera und Co. kostet Bildung nichts, oder zumindest fast nichts. Du kannst zeitlich und räumlich unabhängig lernen.

Vor vielen Jahren habe ich einmal eine hervorragende Chance zur Weiterbildung nicht genutzt: ich war mit meiner Frau ein knappes Jahr lang House-Sitter in Südfrankreich. Außer Radfahren, am Pool liegen und Computer-Spielen habe ich in dieser Zeit leider nicht viel auf die Kette bekommen. Eine Chance vertan. Das gute ist: es gibt immer wieder neue Chancen, sich weiterzubilden. Jeden Tag!

Lernen macht Spaß

Du wirst sehen, irgendwie fühlt sich Neues lernen bald wie ein Hobby an. Hab keine Angst davor Neues zu lernen – durch Neues bereicherst und erweiterst Du Dein Leben ungemein!

Wenn Du es Dir nun zur Gewohnheit gemacht hast, regelmäßig Neues zu lernen, ist es an der Zeit, Dir zu überlegen, welche Fähigkeiten besonders gut zu Deinem ausgeübten Beruf passen.

Auf der einen Seite ist es sinnvoll, sich dort zu verbessern und weiterzuentwickeln, wo man mit Leidenschaft dabei ist. Auf der anderen Seite darf man den Arbeitsmarkt nicht aus dem Blick verlieren.

Als ich mich Mitte dreißig entschlossen habe, studieren zu gehen, gab es für mich die Möglichkeit, Personalwesen zu studieren. Dieses Studienfach hätte mich inhaltlich durchaus interessiert und hätte gut zu meinem bisherigen beruflichen Werdegang gepasst. Der Arbeitsmarkt für Personaler war allerdings nicht besonders vielversprechend. Mein damaliges Hauptziel war aber, ein sicheres und gutes Auskommen für meine Familie zu erarbeiten. Deshalb habe ich mich stattdessen dazu entschieden, Rechnungswesen und Controlling zu studieren. Ich wusste, dass ich nicht komplett unbegabt bin, was Zahlen angeht. Die Leidenschaft für dieses Thema habe ich tatsächlich erst während des Studiums entdeckt.

Lies mehr über meine Story in “Sackgassen-Frust? Mit diesen 6 simplen Schritten nimmst Du wieder Fahrt auf”

So solltest auch Du immer Dein Ziel im Blick behalten. Es gilt, die Balance zwischen Selbstverwirklichung und Einkommenspotential zu halten.

Mit Zielen und Plänen arbeiten

Wenn Du einmal Freude am Lernen und Horizonterweitern gefunden hast, wirst Du merken, dass es leicht ist, sich zu verzetteln. Deshalb brauchst Du einen Master-Plan.

Wo möchtest Du beruflich in 10 Jahren stehen? Welche Schritte musst Du dazu heute gehen, welche Weichen stellen? Welche Ausbildungen, Studienabschlüsse oder Erfahrungen brauchst Du, um Dein Ziel zu erreichen? Welche Finanzmittel brauchst Du um Dein Ziel zu erreichen?

Wenn Du Dein Ziel kennst, kannst Du einen Plan fassen. Wenn Du dann mal bei einer Entscheidung nicht weißt, was das richtige ist, ziehst Du Deinen Plan raus und überlegst, welche Alternative Dich besser/schneller/sicherer an Dein gewünschtes Ziel bringt.

Du weißt nicht genau, wie Du Deine Zukunft planen sollst? Du traust Dich nicht recht, den gewohnten Trott zu verlassen?

Schreib mir – ich helfe Dir gerne!

Kurz-Zusammenfassung zur Wiederholung: 

  • Die Höhe Deines Einkommens hängt davon ab, wie hoch der „Kittel-Brenn-Faktor“ ist, den Du befriedigst.
  • Mach Dich für Deinen Arbeitgeber wertvoller indem Du zusätzliche Probleme löst.
  • Baue Dir ein zweites Standbein auf, in dem Du Dich nebenberuflich selbstständig machst.
  • Mache Dir einen 10-Jahresplan. Erfolg braucht Geduld.

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