Für viele Menschen ist die Börse das Mittel der (Investment-)Wahl. Man kann bequem vom heimischen Sofa aus investieren, und man kann Aktien auch wesentlich leichter wiederverkaufen als beispielsweise ein Haus.

Eine Aktie ist ein kleiner Anteil an einem Unternehmen. Wenn Du eine Aktie kaufst, wirst Du ein Unternehmer. Du trägst das Risiko eines möglichen Totalverlusts, wirst dafür aber damit belohnt, dass Du an den Gewinnen beteiligt wirst. Bei manchen Unternehmen werden die Gewinne regelmäßig (z.B. jährlich) an die Aktienbesitzer ausgezahlt – das nennt man Dividende.

Andere Unternehmen beschließen, den Gewinn im Unternehmen zu lassen, um damit für zukünftiges Wachstum zu investieren. Dadurch steigt dann auch der Aktienkurs.

Lies mehr über Aktien: Für Oma erklärt – was ist eigentlich eine Aktie?

Die Herausforderung beim Kauf von einzelnen Aktien ist immer ein passendes Unternehmen zu finden. Es soll wirtschaftlich solide sein und gute Wachstumschancen haben. Dazu sollte die Aktie nicht zu teuer sein. Damit ist jedoch nicht der Preis, den Du für die Aktien bezahlen musst.

Stattdessen muss man die Zahl aller herausgegebenen Aktien mit dem aktuellen Aktienkurs multiplizieren. Kommt dann ein Wert heraus, der höher als der eigentliche Unternehmenswert ist, dann ist die Aktie “teuer”.

Damit man beim Kauf von Einzelaktien nicht auf die Nase fliegt, braucht es einiges an Erfahrung. Ein guter Weg, entsprechende Erfahrung zu sammeln:

Börsenspiel als Eintritt in die Börsenwelt (in Kürze verfügbar)

Einzelne Aktien bieten teilweise große Chancen, doch immer verbunden mit einem erhöhten Risiko. Neben dem Risiko des Kursverlusts (das kann man häufig einfach aussitzen) gibt es immer die Möglichkeit eines Totalverlusts: dann nämlich, wenn das Unternehmen Insolvenz anmelden muss und aufhört zu existieren. Damit werden die Aktien wertlos – Dein Geld ist weg.

Wer sich nicht die Mühe machen will, sich intensiv mit einzelnen Unternehmen auseinanderzusetzen, hat eine Alternative: den sogenannten ETF.

Mit ETFs den Aufwand und das Risiko senken

Für Menschen, die sich nicht den ganzen Tag mit Aktien beschäftigen wollen, gibt es ein großartiges Instrument: der sogenannte ETF.

Ein ETF ist ein breiter Aktien-Indexfonds, wo Du nicht nur Anteile an einem Unternehmen kaufst, sondern mit einer „ETF-Aktie“ gleich Anteile von hunderten Unternehmen kaufst.

Das kann man sich so vorstellen: Dein Arzt sagt Dir, Du musst mehr Obst essen und schreibt Dir eine Liste mit 20 verschiedenen Obstsorten, die Du täglich essen sollst.

Jetzt kannst Du in den Supermarkt gehen, und versuchen, von jeder der 20 Früchte genug einzukaufen, damit alle Früchte Deiner Liste abgedeckt sind. Wahrscheinlich reicht Dein Geld gar nicht für alle Früchte, und außerdem vergammelt die Hälfte vom Obst, weil Du es gar nicht so schnell essen kannst. Die Lösung für Dein Problem: kaufe einfach einen fertigen Obstsalat!

Je nach dem, was der Doktor Dir verschrieben hat, kann es ein Obstsalat mit Zitrusfrüchten, oder einer mit Beeren, oder nochmal ein anderer Fruchtmix sein.

So ist es auch mit Aktien: damit Dein Risiko, dass eine Firma Pleite geht, und Dein Investment nichts mehr wert ist, nicht zu hoch wird, müsstest Du eigentlich richtig viele unterschiedliche Aktien kaufen. Das kostet viel Geld, und braucht viel Zeit und Aufmerksamkeit.

Stattdessen kaufst Du Dir einen „Aktien-Obstsalat“: von jeder Sorte ein kleines Bisschen. Der „MSCI All-World ETF“ beinhaltet beispielsweise 1.600 der größten Unternehmen der westlichen Welt – quer über alle Branchen. Ein anderer beliebter Obstsalat ist der “S&P 500”: hier sind die 500 stärksten amerikanischen Unternehmen enthalten.

Wenn es mal in einer Branche stagniert, gibt es dafür auf jeden Fall eine andere, in der es vorwärts geht. Geht mal ein Unternehmen in diesem ETF bankrott, wird es Durch den „Obstsalatproduzent“ durch ein anderes Unternehmen ersetzt. Die Performance Deiner ETFs leidet dadurch so gut wie gar nicht.

Einfacher geht es kaum: Du kannst einen ETF-Sparplan einrichten. Dazu musst Du Dir einmal die Arbeit machen, einen ETF auszuwählen. Danach geht alles automatisch: jeden Monat wird eine bestimmte Summe von Deinem Konto in Dein Aktien-Depot überwiesen. Dort kauft dann Deine Depot-Bank jedes Mal einen kleinen „ETF-Obstsalat“. Einmal im Jahr schaust Du in Dein Depot und freust Dich am wachsenden Obstsalat.

Was ist mit einem Börsen-Crash?

Nun ist es so, dass es an der Börse nicht nur aufwärts geht. Die Börse lebt. Die Kurse der Aktien oder der ETFs sind ein stetiges Auf und Ab.

Manchmal gibt es große Crashs. Der letzte dieser Art kam mit der Corona-Krise. Davor gab es die Bankenkrise 2008. Davor gab es die DotCom-Blase. Krisen, Crashs und Blasen gibt es seit die Börse existiert, und wird es geben, solange die Börse existiert.

Doch einen echten Anleger (im Gegensatz zum Zocker), stört das nicht im Geringsten. Was die Vergangenheit nämlich auch zeigt: nach jedem Crash, nach jeder Krise geht es irgendwann auch wieder bergauf. Manchmal dauert es länger, manchmal ist der alte Stand schon nach wenigen Monaten wieder erreicht.

Für Langzeitanleger (damit bist Du gemeint!), die regelmäßig jeden Monat treu per Sparplan ihre ETF-Anteile kaufen, ist eine Krise das beste was passieren kann: plötzlich kannst Du nämlich fürs gleiche Geld wesentlich mehr ETF-Anteile kaufen. Krisen sind die besten Nachkauf-Gelegenheiten!

Der einzige Knackpunkt: man darf sich nicht von den Medien verrückt machen lassen und panisch alles verkaufen, aus Angst davor, sein Geld zu verlieren. Als Investor darfst Du nicht an den Wert denken, sondern an die Anzahl Deiner Unternehmensanteile. Das hilft beim Entspannt-Bleiben.

Wer regelmäßig kauft, unabhängig davon, wie gerade die Kurse stehen, profitiert vom Durchschnitts-Effekt, dem sogenannten Cost-Averaging-Effect. Sind die Aktien billig, gibt’s viele Anteile, sind sie teuer gibt’s entsprechend weniger neue Anteile fürs gleiche Geld.

Lohnt sich das Risiko?

Vielleicht bist Du jetzt total begeistert und willst gleich mit Aktien kaufen loslegen. Vielleicht bist Du aber auch noch skeptisch. Vielleicht denkst Du, dass das mit den Aktien viel zu riskant sei und sich der Aufwand nicht lohnen würde.

Tatsächlich ist das ein wichtiger Gedanke. Es ist weise, vor Beginn eines Vorhabens darüber nachzudenken, ob sich die Mühe, der Aufwand und das Risiko sich auch lohnen.

Das gleiche gilt, wenn man an der Börse investieren möchte.

Schauen wir uns das mal genauer an. Als Beispiel nehmen wir den amerikanischen S&P 500 Index. Dieser ist Basis für zahllose ETFs. Die amerikanische Volkwirtschaft ist die stärkste der Welt, und dementsprechend gibt es auch sehr viele starke amerikanische Unternehmen.

Der S&P 500 wurde 1926 ins Leben gerufen. In seiner jetzigen Form, mit 500 Unternehmen, existiert er seit 1957. Er ist den letzten 60 Jahren im Durchschnitt jedes Jahr um 8% gestiegen.

Für Dein Investment bedeutet das folgendes:

  • Variante a) monatliche Sparsumme (aus Vereinfachungsgründen nur 1x jährlich angelegt)
Anlagesumme vs. Anlagezeitraum
  • Variante b) einmaliges Investment
Entwicklung Anlagesumme 10k

Du siehst, Investieren lohnt sich. Auch mit dem Einsatz eher beschaulicher Summen lässt sich mit Hilfe der Zeit eine stattliche Summe erzielen.

Ein Kritiker mag einwenden, dass bei dieser Betrachtung die Inflation außen vorgelassen wurde. Er hat Recht: leider kannst Du Dir nämlich von Deiner Million im Ruhestand nicht mehr so viel kaufen wie von einer Million heute. Ich ziehe aber eine Million, die nicht mehr ganz so viel Wert ist, dem leeren Sparschwein vor.

Wie sieht es aber mit dem Risiko aus?

Vielleicht denkst Du Dir: schön und gut. Durchschnitt bedeutet gute und schlechte Jahre. Was, wenn ich zufällig nur schlechte Jahre erwische, und mein Geld futsch ist?

Dazu sei gesagt, dass dieses Risiko tatsächlich besteht. Dieses Risiko besteht aber primär für kurzfristige Anleger. Wenn Du jetzt 3.000 Euro anlegst, in der Hoffnung, dass daraus bis in zwei Jahren 4.000 Euro geworden sind, damit Du von dem Gewinn in den Urlaub fahren kannst, dann wirst Du Schiffbruch erleiden. Gemäß Murphy’s Law sind Deine Aktien nämlich gerade dann, wenn Du das Geld wieder zurückhaben willst, nur noch 2.000 Euro wert. Du machst Verlust und willst nach dieser schlechten Erfahrung nie wieder investieren.

Deshalb besagt eine absolute Grundregel der Börse: Nur Geld investieren, das Du nicht mehr brauchst!

Einer der großen Börsen-Gurus hat mal gesagt: “An der Börse wandert das Geld von den Ungeduldigen zu den Geduldigen”.

Gehörst Du zu den Geduldigen, wirst Du große Gewinne einfahren. Ist Dein Anlagezeitraum beispielsweise 30 Jahre, ist es statistisch gesehen kaum möglich zu verlieren. Betrachtet man alle 30-Jahres-Perioden seit Beginn des S&P 500 im Jahre 1926, gibt es keinen 30-Jahres-Zeitraum, bei dem der durchschnittliche Gewinn weniger als 8 % war. Egal wann Du beginnst. Trotz der Weltwirtschaftskrise, dem 2. Weltkrieg, der Ölkrise, der DotCom-Blase, diversen Terroranschlägen, oder der Bankenkrise.

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Du siehst also: wenn man geduldig ist, lohnt es sich definitiv, das Risiko eines Börseninvestments einzugehen. Wenn man in sehr langen Zeiträumen denkt, reduziert sich das Risiko beträchtlich.

Natürlich ist die Performance der Vergangenheit keine Garantie dafür, wie die Zukunft aussieht. Immer wenn wir Prognosen für die Zukunft treffen, können wir nie sicher sein. Wir können uns lediglich die statistische Wahrscheinlichkeit für das Eintreffen einer Situation XY betrachten – das ist beim Wetterbericht nicht anders als an der Börse.

Ich bin aber ein grundsätzlich optimistischer Mensch: ich gehe davon aus, dass die Wirtschaft, und damit die Börse auch in Zukunft wachsen wird.

Warum?

Es liegt in der Natur des Menschen, seine Situation zu verbessern, Probleme zu lösen und produktiv seine Geschicke zu gestalten. Deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass es auch in Zukunft aufwärts gehen wird. Die großen Herausforderungen, vor denen wir 2020 stehen, werden wir lösen können. Wir werden neue Erfindungen machen, wir werden effizienter werden, und wir werden es schaffen, die Lebenssituation der Menschheit weiterhin kontinuierlich zu verbessern.

Kurz: die Wahrscheinlichkeit, dass es mit der Menschheit aufwärts geht, ist größer als die Wahrscheinlichkeit, dass es abwärts geht.

Nutze also die Chance, die die Börse Dir bietet und investiere in Deine Zukunft. So wirst Du später die Früchte Deiner Investment-Saat ernten können.

Du weißt nicht, wie das praktisch funktioniert? Im nächsten Artikel erfährst Du, wie Du ein Depot eröffnest und wie Du Deine erste Aktien bzw. ETF kaufst. (in Kürze verfügbar)

Du willst noch üben bevor Du echtes Geld investierst? Probier’s mal mit einem Börsenspiel! (in Kürze verfügbar)

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