Autokosten senken leicht gemacht

Wusstest Du, dass nach Ausgaben für Wohnen die Ausgaben für Verkehr den zweitgrößten Ausgabenblock der durchschnittlichen deutschen Haushalte darstellen?

Wenn Du Deine Finanzen effizienter einsetzen willst, lohnt es sich den Blick zuerst dorthin zu wenden, wo viel Geld verbraucht wird. Diese Liste mit Spartipps soll Dir Anregungen geben, wie Du Deine Autokosten senken, ja vielleicht sogar halbieren kannst!

1. Arbeitsweg optimieren

Je näher Du an Deiner Arbeitsstelle wohnst, desto besser. Du sparst Spritgeld und Lebenszeit. Vielleicht wäre ein Umzug in Richtung Arbeitsstelle, oder ein Jobwechsel hin zu Deinem Wohnort angebracht. Einen Umzug in Richtung Arbeitsstelle kannst Du sogar von der Steuer absetzen! Wenn Du in der Stadt arbeitest sind dort die Mieten zwar höher – möglicherweise lässt sich der Mehrpreis mehr als ausgleichen, wenn Du dafür auf Dein Auto verzichten könntest? Hier lohnt es sich nachzurechnen.

2. Fahrgemeinschaft bilden

Lässt sich Dein Arbeitsweg kurzfristig nicht optimieren, versuche eine Fahrgemeinschaft zu bilden. Das kann zwar manchmal etwas unpraktisch sein, weil man nicht so flexibel mit Überstunden ist, aber es hilft beim Netzwerken und beim Autokosten senken.

3. Mitfahrbörse nutzen

Für längere Strecken lohnt sich ein Blick auf die Mitfahrbörsen (z.B. blablacar.de). Entweder Du lässt das Auto ganz zu Hause und fährst bei jemand anderes mit, oder Du bietest eine Mitfahrgelegenheit an. Ich hatte beispielsweise mehrmals eine Fortbildung in Düsseldorf. Die Termine wusste ich ausreichend lange vorher, um Mitfahrer anzuwerben. Ein kleiner Umweg zum Bahnhof um zwei Mitfahrer aufzugabeln hat mich vielleicht 20 Minuten gekostet, aber hat meine Spritkosten drastisch reduziert. Dazu hatte ich auf der Fahrt spannende und kurzweilige Gespräche mit interessanten Menschen.

4. Mit Radfahren Autokosten sparen

Wenn Du Deinen Arbeitsweg optimiert hast (s. Punkt 1), dann kannst Du überlegen, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Ich fahre konsequent bei jedem Wetter mit dem Rad zur Arbeit, deshalb reicht uns als fünfköpfige Land-Familie ein Auto. Für Regenwetter habe ich eine Regenjacke, eine Regenhose*, und wasserdichte Überschuhe*. Selbst wenn es in Strömen regnet, komme ich trocken und sauber ins Büro. Wenn Du mit dem Rad zur Arbeit fährst, wirkt sich das nicht nur positiv auf Deinen Geldbeutel aus, sondern es verbessert Deine Gesundheit, Deine Fitness, Deine geistige Leistungsfähigkeit und Deine Laune. Je nach Arbeitsweg bist Du eventuell sogar schneller mit dem Rad als mit dem Auto.

5. Alternativen zum Auto

Ziehe als Alternative zum (Zweit-)Auto einen Motorroller oder ein E-Bike in Betracht. Beide sind sowohl im Unterhalt als auch von den Kilometer-Kosten her deutlich günstiger.

Wenn Du eigentlich im Alltag kein Auto bräuchtest, aber Dich vor dem Schritt Dein Auto zu verkaufen scheust, lohnt es sich die Preise für Mietwagen zu recherchieren: kurzfristige Mieten sind oft günstiger als man denkt. Wenn Deine Firma öfters Mietwagen benötigt, kann es sein, dass der Firmenvertrag auch Vergünstigungen für private Anmietungen der Mitarbeiter vorsieht. Frag einfach mal in der Finanzabteilung Deiner Firma nach. Alternativ zum regulären Mietauto gibt es auch Car-Sharing. Als ausgemachtes Landei bin ich allerdings kein Experte zu diesem Thema.

6. Strategische Organisation der Alltagswege

Wähle den Ort von Kita/Hausarzt/Friseur strategisch klug. Ich kenne Menschen, die 30 km einfache Strecke zu ihrem Zahnarzt fahren. Das ist Verschwendung von Lebenszeit und Spritgeld, ganz zu schweigen von der unnötigen Umweltbelastung.

7. Clever kombinieren

Kombiniere diverse Erledigungsfahrten: beispielsweise kannst Du Deinen Einkauf auf dem Heimweg von der Arbeit machen. Es ist eine Unsitte, wegen jeder Kleinigkeit, die man braucht, ins Auto zu steigen und irgendwo hinzufahren.

8. Mit dem Fahrrad einkaufen gehen

Geh mit dem Fahrrad einkaufen. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Möglichkeiten, auch mit dem Fahrrad Lasten zu transportieren: Packtaschen, Anhänger, Lastenfahrräder…

9. Parkplatz-Fitness

Wenn Du in die Stadt musst, musst Du heutzutage meistens ordentlich für einen Parkplatz bezahlen. Ruckzuck kostet das mehrere Euro. Über die Tage und Wochen summiert sich das auch zu einem ansehnlichen Betrag. Mach es schlauer und parke etwas außerhalb auf kostenlosen Parkplätzen (z.B. Supermarktparkplätze – Google Maps hilft beim Finden). Entweder machst Du einen Fußmarsch in die Innenstadt (das ist tatsächlich ziemlich gesund, man glaubt es kaum), oder Du nimmst einen City-Roller mit. Damit geht’s etwas flotter.

10. Do-it-Yourself spart Autokosten

Fange an, kleine Reparaturen selbst zu machen. Die Tage hat die Hupe an unserem Auto den Geist aufgegeben. In der Werkstatt wäre das eine Rechnung von 150 Euro gewesen. So hat es mich 1 Stunde Arbeit gekostet (Google: “wo ist die Hupe”) und 20 Euro für eine gebrauchte Hupe auf Ebay-Kleinanzeigen. Wenn Du einen neuen Gebrauchtwagen kaufst, achte darauf, dass es im Internet ein aktives Forum mit Schrauber-Tipps gibt (Google: „Forum Automarke Modell“)!

11. Freie Werkstatt statt Markenpalast

Finde eine freie Werkstatt, die im Bedarfsfall auch mitgebrachte Teile montiert. Viele Werkstätten lehnen das ab, aber wenn man etwas sucht, wirst Du fündig. Vorteil: Gerade bei großen Reparaturen lassen sich ordentlich Kosten sparen. Einmal brauchte ich ein neues Lenkgetriebe: dank dem runderneuerten Ersatzteil aus dem Internet konnte ich gegenüber dem Neuteil beim Händler rund 800 Euro sparen. Ein anderes Mal hat mir meine damalige Werkstatt Reparaturkosten von rund 2.500 Euro prognostiziert, mit dem Hinweis, dass damit das Auto ein wirtschaftlicher Totalschaden sei. Ich habe im Internet die entsprechenden Teile gesucht, dazu eine neue Werkstatt. Ergebnis: 1.000 Euro Reparaturkosten, und bereits rund 80k zufriedene Kilometer mit dem Auto seither.

12. Reifencheck

Wer sein Auto, so wie wir, hauptsächlich dazu nutzt, Kinder zum Sport zu kutschieren oder einkaufen zu gehen, der kann mit einer cleveren Reifenwahl bares Geld sparen. Wenn ich für unseren Minivan Reifen von Premiumherstellern kaufe, dann kann das bis zu 200 Euro pro Reifen kosten. Wenn ich dagegen Reifen von NoName-Herstellern kaufe, kostet es mich lediglich knapp 50 Euro pro Reifen. Würde ich täglich viele Kilometer auf der Autobahn fahren, wäre mir das Sicherheitsplus der Premiumhersteller wichtig. Für unser Nutzungsprofil hingegen nicht. Das ist allerdings auch eine persönliche Einstellungssache.

13. Autokosten sparen mit Gebrauchtwagen

Wenn Du ein neues Auto brauchst, kaufe keinen Neuwagen! Ganz abgesehen vom Wertverlust musst Du, um die Garantie nicht zu gefährden, immer in die teurere Markenwerkstatt gehen. Freie Werkstätten sind deutlich günstiger, und häufig reparieren diese noch, anstatt nur munter Teile zu tauschen. Darüber hinaus brauchst Du für einen Neuwagen eine teure Vollkasko-Versicherung.Mehr zum finanziellen Selbstmord durch Neuwagenkauf und Tipps zum Gebrauchtwagenkauf

14. Pannenhilfe für Sparfüchse

Eine ADAC Mitgliedschaft ist im Pannenfall eine feine Sache. Es gibt allerdings auch deutlich preisgünstigere Alternativen. Einige Autoversicherungen bieten für ein paar zusätzliche Euro einen Schutzbrief an, der im Prinzip die gleichen Leistungen wie eine ADAC Mitgliedschaft bietet – zu einem Bruchteil des Preises.

15. Weg mit der Vollkasko

Wenn Du einen günstigen Gebrauchtwagen fährst, brauchst Du definitiv keine Vollkaskoversicherung. Auch eine Teilkaskoversicherung ist je nach Wert des Fahrzeuges nicht zwangsweise notwendig. Wähle unbedingt eine Selbstbeteiligung, das senkt die Beiträge Deiner Versicherung weiter. Wähle beim Autokauf ein Auto, das günstige Versicherungsklassen (Typklasse) hat. Auf der Seite Autoampel findest Du eine umfassende Liste. Typklasse 10 ist übrigens die günstigste Klasse.

16. Kosten-Check Auto-Versicherung

Überprüfe jährlich, ob es eine günstigere Autoversicherung gibt. Auch das ist ein Weg, Deine Autokosten zu senken. Im Internet gibt es genug Vergleichsportale in denen Du Deine Sparpotenziale entdecken kannst.

Hast Du noch einen heißen Tipp, wie man im Bereich Mobilität Geld sparen kann? Hast Du erfolgreich deine Verkehrskosten gesenkt und hast einen ermutigenden Erfahrungsbericht? Lass es die Leser in den Kommentaren wissen!

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