Der Fluch der Armut

Armut muss nicht sein.

Egal ob arm in Afrika, oder arm in Deutschland: das verbindende Element der Armut ist die Hoffnungslosigkeit.

Armut ist eine Last, die Dich und Deine Familie bedrückt und klein hält. Armut ist eine Lüge, die über Deinem Leben steht. Armut sagt, Du bist es nicht wert, dass es Dir gut geht. Armut sagt, dass es nie genug geben wird. Armut sagt, dass Du am untersten Ende der Hackordnung stehst. Armut sagt, dass es für Dich keine Hoffnung gibt, dass sich jemals etwas ändert.

Doch die Wahrheit sagt etwas anderes: Du bist wertvoll. Du bist einzigartig. Du bist fähig. Du hast etwas ganz Besonderes, das Du an Deine Mitmenschen weitergeben kannst. Auch Du verdienst es, genug zu haben. Auch Du bist dafür geschaffen, die Armut hinter Dir zu lassen. Reich sein ist weder unmoralisch noch unmöglich.

Bischof Noel Jones sagte einmal, eine Möglichkeit, wie man den Armen helfen könne,  wäre nicht arm zu sein. Hilf Dir selbst, so dass Du in der Lage bist, Anderen zu helfen.

Die Sehnsucht, Armut hinter sich zu lassen, ist nicht egoistisch. Geld ist ein wunderbares Werkzeug, mit dem man die Welt zum Besseren verändern kann.

Doch warum schaffen es nur so wenige, sich von den Fesseln der Armut zu befreien?

Der Autor Douglas Kruger hat sich in seinem hervorragenden Buch „Is your thinking keeping you poor?“* sehr ausführlich und vieldimensional mit dem Thema Armut beschäftigt. In seiner Heimat Südafrika ist Armut ein viel größeres Problem, als wir uns das in Deutschland vorstellen können. Das Fazit seiner Überlegungen: Armut ist Kopfsache.

Armut ist eine Denkweise

Armut ist, genauso wenig wie Reichtum, weniger ein Zustand Deines Bankkontos, sondern vielmehr eine Denkweise, oder neudeutsch: Mindset.

Lass mich das anhand eines Beispiels verdeutlichen: stelle Dir vor, Du würdest alles verlieren. Deinen Job, Dein Auto, Deine Wohnung, Dein Erspartes. Denkst Du, Du würdest es schaffen, wieder dorthin zu kommen, wo Du jetzt gerade stehst? Vielleicht braucht es ein paar Jahre, aber ich denke Du wirst mir zustimmen, dass es machbar ist.

Stelle Dir nun einen Self-Made Millionär vor. Wenn dieser plötzlich alles verliert – denkst Du er würde es wieder schaffen und erneut Millionär werden? Wahrscheinlich schon!

Jetzt stelle Dir einen Multimillionär vor, der in Deine Schuhe gesteckt wird. Denkst Du, er würde es schaffen, wieder Multimillionär zu werden? Ziemlich sicher.

Wow. Lass Dir das mal durch den Kopf gehen. Wenn der Multimillionär es schaffen kann, sich aus Deinen Lebensumständen zurück in seine gewohnten Umstände zu arbeiten – solltest nicht auch Du das schaffen können?

Der Unterschied zwischen Reichtum und Armut liegt nicht in der Menge der Münzen und Scheine, die jemand besitzt. Reichtum oder Armut ist eine Frage von Wissen, Ideen und Überzeugungen.

Hat ein Armer kein Geld, fühlt er sich im Ergebnis arm. Ein Reicher, der sein Geld verloren hat, fängt einfach wieder von vorne an, an seinem Reichtum zu bauen. Viele Superreiche haben mehrere Anläufe gebraucht, um zu Geld zu kommen. Interessanterweise würde sich ein Reicher, der gerade kein Geld hat, niemals als arm bezeichnen. Er sieht sich als Reicher, der eben kurzfristig kein Geld hat.

Bist Du arm und möchtest gerne reich werden, ist es an der Zeit, dass Du Deine Denkmuster änderst.

Denkmuster der Superreichen

Lass uns dazu ansehen, wie sich die Denkmuster der Reichen, von denen der Armen unterscheiden.

In „Wealth Secrets of the One Percent: A Modern Manual for Getting Marvellously, Obscenely Rich” untersucht Autor Sam Wilkin die Lebensgeschichten einiger der reichsten Menschen der Menschheitsgeschichte, darunter die beiden Giganten John D. Rockefeller und Bill Gates.

Was sie alle vereinte, war die feste Überzeugung, dass sie eines Tages extrem reich sein würden. Dies schien ein notwendiger Teil des Mindsets derer zu sein, die es tatsächlich schafften, großen Reichtum zu erlangen.

Darüber hinaus gab es weitere Gemeinsamkeiten:

  • Sie zeichneten sich durch eine treibende Persönlichkeit aus, die sich durch Hindernisse nicht stoppen ließ.
  • Sie fanden Wege, ungünstige Umstände in ihrem Sinne zu gestalten: wenn Infrastruktur fehlte, bauten sie sie. Wenn Gesetze ihren Erfolg behinderten, sorgten sie für Gesetzes­änderungen. Sie waren bereit die Spielregeln zu ändern, damit sie zu ihren Gunsten wirkten.
  • Eine überraschend große Anzahl der Multimillionäre spielten gerne Poker und Strategiespiele
  • Sie konnten ihren Master-Plan für sich behalten: sie hatten einen Plan für ihr Leben gefasst, und verfolgten diesen unbeirrt. Sie behielten diesen Plan für sich, wie ein Kartenspieler, der seine Karten erst am Schluss des Spieles auf den Tisch legt.
  • Für sie war das Leben ein Spiel: sie waren fasziniert von ihren eigenen Zahlen: die Anzahl der Deals die sie gemacht hatten, die Anzahl Unternehmen, die sie gegründet hatten…oft ging es ihnen gar nicht ums Geld, sondern sie hatten einfach Spaß daran, neue Zahlenrekorde zu erreichen.
  • Sie profitierten von einer Kombination von Fleiß und Glück. Das Glück traf sie, als sie zur richtigen Zeit in der richtigen Industrie unterwegs waren. So konnten sie außerordentliche Gelegenheiten erkennen und mit viel Fleiß ausnutzen. Mit anderen Worten: sie saßen nicht faul auf dem Sofa herum, als sie dem glücklichen Zufall begegneten.
  • Sie waren bereit, Risiken einzugehen: sie waren bereit, auf sich und ihre Fähigkeiten zu setzen, in der Erwartung, dass sie Erfolg haben würden.
  • Sie waren Deal-Maker: sie hatten immer das große Bild im Sinne. Sie waren harte Verhandler, und wahrten ihre Interessen. Sie ließen sich nicht die sprichwörtliche Butte vom Brot nehmen.
  • Sie waren nicht sentimental und verweilten in der Vergangenheit, sondern haben mit Optimismus in die Zukunft Sie waren fest davon überzeugt, dass es aufwärts mit ihnen ging, und eine gute Zukunft auf sie wartete.

Denkmuster der Armen

Im Gegensatz zu den Denkmustern der Reichen steht das vorherrschende Denkmuster der Armen (und oft auch der Mittelschicht):

  • Die anderen sind verantwortlich für meine Situation (Die Anderen = mein Chef, mein Sozialstaat, meine Eltern, die Lehrer meiner Kinder, etc.)
  • Die Politik soll dafür sorgen, meine Situation zu verbessern. (die Mehrheit der Wähler von links- oder rechtsradikalen Parteien sind in der Unter- und Mittelschicht zu finden)
  • Ich brauche einen anderen Job, damit ich einen Chef habe, der besser für mich sorgt.
  • Eines Tages gewinne ich im Lotto, dann bin ich reich.
  • Sich selbständig zu machen ist zu schwierig und zu riskant.
  • Je härter ich für meinen Chef arbeite, desto größer ist die Chance reich zu werden.
  • Wer reich werden will, muss gut auf sein Geld aufpassen.
  • Eine Insolvenz ist das Worst-Case Szenario des Lebens.
  • Richtig reich werden kann man nur, wenn man schon mit einem goldenen Löffel geboren
  • Früher war alles besser. Heute ist alles viel schlimmer als früher.

Das Fatale dieses Denkmusters: die Verantwortung für das eigene Leben wird komplett nach Außen abgegeben. Die anderen sind dafür verantwortlich, wie es mir geht. Ich nehme stillschweigend (naja, oftmals auch laut maulend) hin, was „die da oben“ für mich entscheiden.

Doch das Schlimmste ist: ich akzeptiere mit einer fatalistischen Resignation, dass ich die Umstände meines Lebens nicht verändern kann.

Ich habe eine gute Nachricht für Dich: Deine Denkmuster sind nicht in Stein gemeißelt. Du kannst Dich dazu entscheiden, anders zu denken. Du kannst trainieren, Deine Gedanken zu erneuern.  Du kannst Dich dazu entscheiden, Dich nicht mehr länger als Opfer zu sehen, sondern als Überwinder und Sieger. Fang an, die Lügen in Deinen Denkmustern zu identifizieren und mit Wahrheit zu ersetzen.

Der große Saboteur

Viele, die Verantwortung für Ihre Situation ergreifen, und die notwendigen Schritte in Richtung Wohlstand gehen wollen, kämpfen gegen einen großen Saboteur.

Gerade in unserem deutschen Kulturkreis ist dieser Saboteur sehr verbreitet. Wer oder was ist dieser Saboteur?

Dieser Saboteur ist Deine eigene Haltung gegenüber reichen Menschen. Was geht Dir als erstes durch den Kopf, wenn Du einen reichen Menschen in einem dicken BMW siehst? Ist Dein erster Gedanke: „Ausbeuter! Abzocker! Angeber!“?

Oder denkst Du: „Wow, wie cool. Eines Tages werde ich auch so ein Auto fahren“?

In Deutschland hat „Reich sein“ oder „Reich werden wollen“ immer ein kleines „Gschmäckle“, einen negativen Touch. Ich selbst merke beim Schreiben dieses Artikels auch immer wieder ein inneres Sträuben, wenn ich vom „Reich werden“ schreiben möchte. Es fühlt sich an, als ob reich sein wollen etwas ist, für das ich mich schämen muss.

Woher kommt das? Warum schämt man sich fürs Reich sein wollen?

Die Antwort liegt in unserem gesellschaftlichen Gedankengut. Eine weit verbreitete Auffassung ist: Du bist nur deshalb reich, weil ich arm bin. Oder andersrum: ich bin arm, weil Du böser Reicher mich ausbeutest und mir etwas, was mir zusteht, weggenommen hast.

Diesem Gedankengang liegt die Überlegung zu Grunde, dass es nur einen Kuchen gibt, der irgendwie aufgeteilt werden muss. Wenn ich ein großes Stück habe, bekommst Du nur ein kleines Stück. Das ist eine Armuts-Mentalität, ein Mangel-Denken und basiert auf dem Werk von Karl Marx und in Folge dem Kommunismus.

Diese Denkweise hindert Dich daran, jemals zu Wohlstand zu kommen, denn in diesem Weltbild kannst Du nur zu Geld kommen, wenn Du jemand anderem etwas wegnimmst. Und da wir ja alle eine gute Erziehung genossen haben, wollen wir ja natürlich niemand etwas wegnehmen. Außer vielleicht den Reichen: dieses Weltbild will nämlich das Armutsproblem dieser Welt  lösen, indem es den Reichen ihren Reichtum wegnimmt und an die Armen verteilt.

Doch diese Denkweise hat einen entscheidenden Fehler: die Menge des Wohlstandes ist nicht begrenzt. Geld ist unendlich. Wohlstand und Geld kommt zu dem, der etwas Wertvolles anbietet. Je mehr Wert Du erschaffst, desto mehr haben alle davon. Die Geldmenge wächst Hand in Hand mit unserer Innovationskraft, unserem Einsatz und unserer Intelligenz.

Stelle Dir ein Dorf in alter Urzeit vor, bevor man Geld erfunden hatte. Die Menschen tauschten ihre Ware. Du hast Dich gefreut, wenn Du Deine Tomaten gegen den Schinken von Nachbars Schwein tauschen konntest. Wenn Du Dich jetzt entschlossen hast, Dein Tomatenbeet in der Größe zu verdoppeln, hast du in der Folge doppelt so viele Tomaten, die Du gegen andere Güter eintauschen kannst. Dein Nachbar hat dadurch nicht weniger, weil Du die doppelte Menge Tomaten anbietest. Im Gegenteil, Dein ganzes Dorf profitiert davon, dass Du im Schweiße Deines Angesichts ein zweites Tomatenbeet angelegt hast, und die im Umlauf befindliche Warenmenge erhöhst.

Geld ist nichts anderes als ein Tauschmittel für auf dem allgemeinen Marktplatz angebotenen Werte. Je mehr Wert Du erschaffst, desto mehr gibt es für alle. Und desto mehr gibt es auch für Dich. Ganz zu Recht.

Niemand zwingt Dich dazu, für einen Chef zu arbeiten, der Dir ein aus Deiner Perspektive zu niedriges Gehalt bezahlt. Anstatt bitter zu werden, mache dir Gedanken, wie Du Deine Situation verbessern kannst.

Die ersten Schritte

Doch wie kann das praktisch aussehen? Wie kannst Du Deine Situation so verändern, dass Dein Kurs auf Wohlstand ausgerichtet ist?

Wie wir bereits herausgefunden haben, besteht Reichtum vor allem aus Wissen, Ideen und Überzeugungen. Reich sein ist eine Frage des Denkens, des Intellekts.

Bücher lesen

Der erste Schritt muss daher sein, dass Du Dein Wissen erweiterst. Dazu braucht es keine teuren Ausbildungen. Es gibt kaum eine Fragestellung auf dieser Erde, die nicht schon ausführlich in Büchern beantwortet wurde. Das Traurige: laut einer Statistik lesen rund 10% der Deutschen nur einmal im Monat, und 40% noch seltener als einmal im Monat.

Dabei ist es so einfach: Du kannst die Antworten auf die Rätsel des Lebens quasi per Copy & Paste in Dein eigenes Leben übertragen.

Self-Made Millionäre haben es sich zur Gewohnheit gemacht, permanent ihr Wissen zu erweitern. Sie lesen Blogs, Bücher und Artikel, sie lassen sich von Experten coachen, und setzen das Gelernte in ihrem Alltag um.

Wie viele Bücher hast Du diesen Monat gelesen? In wie vielen davon ging es ums Thema Geld?

Am Einkommen arbeiten

Wenn Du meine Artikel zum Thema Budget bereits gelesen hast, weißt Du, dass ich ein großer Fan der einfachen Strategie „weniger raus als rein“ bin. Die Mathematik des Reichwerdens ist nicht kompliziert: Du musst weniger ausgeben als Du einnimmst.

In der Praxis stellt dies jedoch oft, gerade bei kleinen Einkommen,  die größte Hürde dar. Trotz Budget schaffst Du es nur, minimale Beträge zur Seite zu legen. Vielleicht hast Du noch gar kein Budget, und bist noch in der typischen Situation „…wenn am Ende des Geldes noch Monat übrig ist“.

Lies dazu auch: In fünf praktischen Schritten zu Deinem ersten Budget

Nachdem Du also die notwendigsten Schritte getan hast, und mit einem Budget Deine Löcher gestopft hast, muss der Fokus darauf liegen, Dir neue Einkommensströme zu erschließen.

Es mag eine gute Taktik sein, zuerst in formale Bildung zu investieren, um sich damit eine bessere Chance auf dem Arbeitsmarkt zu erarbeiten. So hat die Arbeitsstunde, die Du anbietest, einen größeren Wert, und Du schaffst Dir Freiraum, die nächsten Schritte zu gehen. Der Königsweg auf dem Weg zu großem Reichtum ist jedoch, sich Selbständig zu machen.

Wage den Sprung in die Selbständigkeit

Als Arbeiter tauschst Du Arbeit gegen Geld. Deine Verdienstkapazität ist durch den Faktor Zeit beschränkt. Du kannst nicht mehr als eine bestimmte Anzahl Stunden arbeiten. Der Trick ist, sein Einkommen von den gearbeiteten Stunden abzukoppeln.

Ein Beispiel: Du machst Dich als Friseur selbständig. Du hast ein kleines Friseurgeschäft eröffnet. Weil Du so kreative Frisuren schneidest, und so ein fröhlicher Mensch bist, hast Du genug Kundschaft und kannst ganz gut von Deinem Laden leben. Das Problem: willst Du mehr Geld verdienen, musst du mehr Stunden arbeiten.  Du tauschst immer noch Deine Zeit gegen Geld. Du bist noch nicht wirklich Unternehmer – Du hast Dir lediglich Deinen eigenen Arbeitsplatz geschaffen.

Hast du dagegen mehrere Friseurläden, in denen andere Friseure für Dich arbeiten, dann koppelst Du Dein Einkommen von den gearbeiteten Stunden ab. Du kannst eine Woche in den Urlaub gehen, und Du verdienst trotzdem noch Geld.

Natürlich geht das nicht von heute auf morgen – aber Du weißt ja nun, dass die wichtigsten zu Reichtum führenden Faktoren Wissen, Ideen und Überzeugungen sind.

Der Rest ist: Mut, es anzupacken.

Sei mutig, übernimm die Verantwortung für Dein Leben und fang an zu gestalten. Zwischen Dir und einer wohlhabenden Zukunft liegen nicht eine Anzahl Jahre, sondern eine Anzahl Schritte. Wie lange Du brauchst, diese Schritte zu gehen, liegt in Deiner Hand.

Gehe am besten noch heute los.

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