Das Budget. Die grüne Paprika der Finanz-Werkzeuge, das Mon-Cherie der Ausgaben-Reduzierung.

Solange es Alternativen gibt, greifen wir lieber zu diesen.

Oft setzen wir ein Budget mit einer Zwangsjacke gleich. Ungeliebt, und ohne sichtbaren Nutzen.

Vielleicht denkst Du „Ich komm schon klar, ich schaff es auch ohne“. Womöglich ist Dir der empfundene Nutzen zu gering im Verhältnis zum befürchteten Aufwand, den es bedeutet, ein Budget zu führen. Möglicherweise hast Du sogar schonmal ein Budget ausprobiert, aber schnell entnervt wieder aufgegeben.

Egal wie man es dreht, es fällt uns leicht, tausend Gründe zu finden, die gegen ein Budget sprechen. Veränderung ist nämlich unangenehm – lieber rechtfertigen wir unseren aktuellen Status Quo.

Ich kann Dich beruhigen: Du bist mit Deinen Gefühlen nicht allein. So wie Dir geht es vielen. Auch wir haben lange gebraucht, um uns tatsächlich mit dem Gedanken des vermeintlich mühseligen Budgetierens anzufreunden.

Doch unsere Erfahrung ist:

Ein Budget schränkt Dich nicht ein, sondern es vergrößert Deine Freiheit!

Ein Budget ist nichts anderes als ein Plan für Dein Geld. Du wirst nicht mehr von finanziellen Anforderungen überrascht werden. Du kannst dem vor Dir liegenden Monat mit Gelassenheit ins Auge sehen. Geplante Ausgaben kannst Du ohne jegliche Schuldgefühle tätigen.

In diesem Artikel will ich Dir zeigen, welchen Nutzen Dir ein Budget bringen wird, damit auch Du sagen kannst: „Ich. Will. Budget.“

 

Niemand gewinnt per Zufall

Du kannst nicht zufällig gewinnen. Gewinnen ist eine geplante, vorsätzliche Handlung. Wenn Du die Champions-League gewinnen willst, dann chillst Du nicht auf der Sportheim-Terrasse mit dem Feierabend-Bier in der Hand.

Nein.

Du hast ein Ziel vor Augen. Du machst einen Plan. Du wirst an deiner Technik feilen. Du wirst deine Kondition verbessern. Du wirst Krafttraining machen. Du wirst Deine Mannschaft davon überzeugen, genauso ernsthaft und hartnäckig auf das geplante Ziel hinzuarbeiten, wie Du selbst. Gewinnen ist ein langfristiger Prozess. Dein Fokus muss über lange Zeit auf Dein Ziel gerichtet sein. Niemand gewinnt per Zufall.

Genauso ist es mit Deinen Finanzen. Du gewinnst in Deinem Finanzleben nicht per Zufall. Es bedarf einer vorsätzlichen Handlung. Mit Geld zu gewinnen erfordert ein Budget – da gibt es keine Ausnahme. Setze Dir ein finanzielles Ziel (z.B. in x Monaten schuldenfrei sein, ein schöner Urlaub mit Deiner Familie, ein neues Auto, …) und arbeite daran, dieses zu erreichen.

 

Löcher stopfen

Oft haben wir das Gefühl, dass unser Konto wie ein grobmaschiges Netz ist. Egal wie viel am Monatsanfang auf dem Konto ist – nach kurzer Zeit ist wieder Ebbe. Den Zustand „…wenn am Ende des Geldes noch Monat übrig ist“ kennen die Meisten von uns.

Das Seltsame ist: dieser Zustand tritt unabhängig von Deinem Einkommen auf. Ein Budget ist für Dich und Deine Familie elementar wichtig, egal ob Du (noch) im Niedriglohnsektor tätig bist, oder ob Du bereits überdurchschnittlich verdienst. Ein sonderbares Phänomen ist nämlich, dass die Ausgaben und die Bedürfnisse proportional mit dem Einkommen steigen. Das ist die sogenannte Lifestyle-Inflation.

Das Problem ist, dass wir oft gar nicht genau wissen, wohin unser Geld geht. Die wenigsten Menschen wissen, was sie monatlich für Nahrungsmittel oder für Mobilität ausgeben, geschweige denn für die kleinen Ausgaben zwischendurch.

Merke: Solange Du nicht weißt, wo Dein Geld hingeht, wirst Du niemals am Ende des Monats Geld übrighaben!

Als frisch gebackene Eltern haben wir auf Grund von Krankheit und kurzsichtiger Lebensentscheidungen nur rund 1500 Euro Monatseinkommen gehabt (Anfang der 2000er). Aus der Not heraus, das Beste aus den zur Verfügung stehenden Mitteln zu machen, haben wir ein Budget erstellt. Wir mussten einen radikalen Sparkurs fahren, um nicht in die Miesen zu geraten.

Das war nicht besonders angenehm, aber wir sind bis heute stolz darauf, diese schwierige Zeit erfolgreich hinter uns gebracht zu haben – unter anderem dank eines Budgets.

 

Unbemerkte Verschwendung eindämmen – Geld entsprechend Deiner Werte verwenden

Wenn Du weißt, wohin Dein Geld geht, hast Du einen Hebel. Jetzt kannst Du Einfluss nehmen auf Dein Ausgabeverhalten. Was ist Dir wirklich wichtig? Gibst Du Dein Geld im Einklang mit Deinen Werten aus? Reflektiert Dein Ausgabeverhalten das, was Dir wichtig ist? Oder geht Dein Geld drauf für tausend Kleinigkeiten?

Ich habe beispielsweise eine große Schwäche für Süßstücke beim Bäcker. Wenn ich einkaufen gehe, fällt es mir schwer, nicht doch ein Süßstück beim Bäcker mitzunehmen. Das steht nicht im Einklang mit meinen Werten: weder gesundheitlich, noch finanziell. Nun muss ich entscheiden, ob und in wie weit ich in meinem Budget Rücksicht auf diese Schwäche nehmen möchte.

Ein anderes Beispiel sind Spontankäufe auf Amazon & Co: es ist so easy, etwas, das ich gerade jetzt gebrauchen könnte, schnell zu bestellen. Und weil ich ja zu geizig bin, Portokosten zu bezahlen, füllt man den Warenkorb noch soweit auf, dass man über die Porto-frei-Grenze kommt.

Für Dich ist es vielleicht das Netflix Abo, der schnelle Kaffee-to-go oder die tägliche Schachtel Zigaretten. Für andere ist es das Ausgehen am Wochenende: wie schnell sind 50 oder gar 100 Euro weg, wenn man mit Freunden in den Club geht.

Ein Budget zu haben bedeutet nicht, dass Du keinen Spaß haben darfst. Wenn es Dir wichtig ist, jedes Wochenende in einen Club Feiern zu gehen, dann plane die benötigte Summe ein.

Allerdings kann es gut sein, dass Du Deine Ausgabepräferenzen überdenkst, wenn Du die tatsächlichen Summen siehst.

Vielleicht merkst Du, dass Dir etwas anderes eigentlich viwichtiger ist – z.B. endlich das Geld für eine Fortbildung zusammenzubekommen oder schneller das benötigte Eigenkapital für ein Eigenheim für Deine Familie zu erreichen.

 

Geld freisetzen für Wünsche und Ziele

Jeder Mensch hat Wünsche und Ziele, für die er finanzielle Mittel benötigt.

Fällt Dir hier auf Anhieb nichts ein, liegt das sicherlich nur daran, dass Du Dir noch nicht die Zeit genommen hast, oder Dir noch keine Erlaubnis gegeben hast, auf Dein Herz zu hören.

Nimm Dir ein Notizbuch und einen Stift, mache einen Spaziergang und lasse Deinen Gedanken freien Lauf. Überlege Dir, was Dich an Deiner aktuellen Situation am meisten nervt, wo Du in 5 oder 10 Jahren sein möchtest, und was es dazu braucht.

Wenn wir uns trauen, auf unsere inneren Wünsche zu hören, kann daraus eine enorme Motivation erwachsen. Wie Du bereits zu Beginn dieses Artikels gelesen hast, gewinnt man nicht durch Zufall. Es braucht ein greifbares Ziel, um das nötige Durchhaltevermögen und die erforderliche Disziplin auf dem Weg dorthin aufzubringen.

Am besten, Du malst Dir/druckst Dir ein Bild aus, das Dein Ziel/deinen Wunsch symbolisiert und hängst es irgendwo auf, wo du es häufig siehst. So verlierst Du im Alltag Dein Ziel nicht aus dem Blick.

Wie hängt das nun mit Deinem Budget zusammen? Ganz einfach: Du legst eine extra Kategorie für Deine Wünsche und Träume an. Egal was passiert, Du hast einen bestimmten Betrag eingeplant, der Dich jeden Monat näher ans Ziel Deiner Träume bringt.

Am besten legst Du dazu noch einen Dauerauftrag an, der den Betrag gleich zu Monatsbeginn auf ein extra Sparkonto verschiebt.

 

Polster gegen Finanzsorgen – für besseren Schlaf

Wenn Du gewissenhaft Dein Budget erstellst und es auch anwendest, dann wirst Du schnell in der Lage sein, ein Notfallpolster anzulegen.

Du magst noch so positiv denken können, früher oder später geht ein wichtiges Gerät kaputt oder es kommt irgendeine andere größere ungeplante Ausgabe.

Doch auch vorhersehbare größere Ausgaben können uns graue Haare bereiten:

  • Weihnachtsgeschenke
  • Versicherungsbeiträge
  • Neueinkleidung der Kinder zu Schulbeginn (warum wachsen die auch immer so viel in den Ferien?)
  • Jahresbeiträge von Vereinen oder ähnlichem

Es lohnt sich, hier alle möglichen Belastungen zu sammeln und dann einen monatlichen “Spar-Betrag” im Budget einzuplanen.

Glaub mir, es lebt sich bedeutend besser, wenn Du genug Polster für eine unerwartete Auto-Reparatur hast, oder Dich auch eine kaputte Waschmaschine finanziell nicht vom Hocker haut.

Oftmals bedeuten diese Risiken, die Murphy’s Law mit sich bringt, einen nicht unbedeutenden Stress-Faktor. Gestresste Paare tendieren dazu, zu streiten. Eliminiere diesen Faktor mit Deinem Budget, und Du wirst sehen, wieviel entspannter Dein Alltag abläuft. Die ewigen Streitereien ums Geldausgeben werden der Vergangenheit angehören.

Bonus-Gewinn: keine schlaflosen Nächte wegen Geldsorgen mehr.

 

Kontrolle über Dein Geld zurückgewinnen

Mit einem Budget gewinnst Du die Kontrolle über Dein Geld zurück.

Du bist nicht mehr getrieben von der Vielzahl an nötigen und nicht so nötigen Ausgaben im Laufe eines Monats. Du sagst Deinem Geld, wo es hingehen soll – und brauchst Dich deshalb nicht mehr wundern, wo es geblieben ist. Dein Budget hilft Dir, Nein zu sagen. Nein zu unnötigen Käufen.

Du gewinnst ganz neu das Gefühl von Unabhängigkeit. Du wirst in einem wichtigen Bereich Herr über Dein Leben – anstatt von den Umständen getrieben zu sein.

Ja, es braucht auch Disziplin. Ohne Disziplin geht es nicht. Du wirst Sorgen, Konflikte, Mangel, und einfach wenig Spaß haben, bis Du ein Mindestmaß an Disziplin in Bezug auf Deine Finanzen an den Tag legst. Doch der Gewinn eines selbstbestimmten Finanzlebens wird Dir so viel Motivation geben, dass Du jedes Hindernis überwinden wirst.

Merke: Wenn Du jetzt zurücksteckst, kannst Du später umso entspannter leben!

Aller Anfang ist schwer: es wird Rückschläge geben. Manchmal wirst Du es zu Anfang nicht schaffen, Dein Budget einzuhalten. Das macht gar nichts. Gib nicht auf, dann wirst Du gewinnen!

 

Wenn Du wissen willst, wie Du praktisch vorgehst, wenn Du zum ersten Mal ein Budget erstellst: In 5 praktischen Schritten zu Deinem ersten Budget

[Gesamt: 1   Durchschnitt:  5/5]